Vata, Pitta und Kapha bestimmen unseren Charakter, unseren Körperbau und wie wir auf äußere Einflüsse reagieren. Aus ayurvedischer Sicht bist du dann vollkommen gesund und glücklich, wenn deine Dosha-Anteile in ihrem ganz individuellen Gleichgewicht ruhen. Wie du deinen Lifestyle nach deinen Doshas ausrichtest und diese ausgleichst, erfährst du in diesem Artikel.

Die Doshas und mein Leben

Seitdem ich Ayurveda kenne, hat sich mein Leben stark verändert. Während ich mich früher oft in der Opferrolle wiedergefunden habe, wenn es mir mal nicht so gut ging (was gemäß meines Lebensstils häufig der Fall war), weiß ich heute, wie ich auf Veränderungen in meiner Balance reagieren kann, um diese wieder auszugleichen. Wenn ich besonders achtsam bin, spüre ich Ungleichgewichte schon sehr früh und noch bevor mich wirkliche Symptome lahmlegen. In besonders stressigen Zeiten kann es jedoch auch heute noch vorkommen, dass ich nicht früh genug reagiere, doch selbst dann weiß ich, was zu tun ist.

Ich bin Ayurveda unendlich dankbar dafür. Denn hat man die ayurvedischen Grundprinzipien einmal verstanden, kann man sehr schnell auf Ungleichgewichte reagieren und sich selbst sehr einfach wieder in die Wohlfühlzone zurückholen.

5 Tipps, um dein Vata zu senken

Wenn du das Gefühl hast, den Boden unter den Füßen zu verlieren oder es nicht mehr schaffst, innerlich zur Ruhe zu kommen, hängt dies meist mit einem zu hohen Vata zusammen. Neben der Unruhe sammelt sich häufig hohe Trockenheit in deinem Körper an, die Verstopfung und Blähungen zur Folge haben kann. Wenn du dann auch noch unter Erschöpfungszuständen und übermäßigen Angstzuständen leidest, wird es Zeit, dass du dich um dein Vata kümmerst.

  1. Bring Regelmäßigkeit in deinen Alltag.
  2. Vermeide kalte, ungekochte und schwere Nahrungsmittel. Anstatt des Salats zu Mittag, greif lieber zur warmen Gemüsesuppe und ersetze das Brot am Morgen durch einen warmen Getreidebrei. Dein Körper wird die Wärme und Saftigkeit deiner Speisen zu schätzen wissen.

    Oatmeal mit warmen, süßen Früchten für dein Vata

    Oatmeal mit warmen, süßen Früchten für dein Vata

  3. Bevorzuge süße, saure und salzige Speisen. Diese Geschmacksrichtungen besitzen genau jene Eigenschaften, die es braucht, um dein Vata zu besänftigen.
  4. Gönne dir regelmäßige Ölmassagen, auch Selbstmassagen mit warmem Öl sind sehr gute Vata-Senker. Die umhüllende Wirkung des warmen Öls schenkt dir Ruhe, Wärme und Feuchtigkeit und erdet dich auf angenehme Weise. Auch ein warmes Bad ist herrlich für Vata und einer Dusche, die wieder mehr Unruhe in deinen Organismus bringt, vorzuziehen.
  5. Vermeide, so gut wie möglich, alle Sinnesüberreizungen wie Lärm, Arbeit am Bildschirm oder reisen. Bei einem akuten Vata-Überschuss schenk dir einen Abend oder sogar ganzen Tag in vollkommener Ruhe, verbringe viel bewusste Zeit auf der Erde, wenn es warm genug ist, leg dich doch in das Gras und genieße die Wärme der Sonne, bevor du dich ölst und dich in einem warmem Bad entspannst – das beste Vata-Therapeutikum an unruhigen Tagen.
5 Tipps, um dein Pitta zu senken

Dein Pitta macht sich oft durch einen übermäßig großen Hunger bemerkbar. Vor allem um die Mittagszeit hast du beinahe das Gefühl, innerlich zu verbrennen, weil dein Pitta-Feuer so stark ist.Wenn du dann noch regelmäßig von Wutausbrüchen und großer Gereiztheit heimgesucht wirst, dann schreit dein Pitta nach Aufmerksamkeit.

  1. Kühle dich von innen und von außen. Ein Glas kaltes Wasser zur Mittagszeit und eine Kopf- und Fußmassage mit Ghee oder Kokosöl können bereits wahre Wunder wirken.
  2. Vermeide saure, scharfe und salzige Speisen, vor allem Kaffee und Chili sind echte Pitta-Booster.

    Kurkuma Latte mit Milch oder Kokos-Reis-Milch kühlt dein Pitta und entsäuert deinen Körper

    Kurkuma Latte mit Milch oder Kokos-Reis-Milch kühlt dein Pitta und entsäuert deinen Körper

  3. Lass keinen Heißhunger entstehen – so schonst du dich und auch deine Mitmenschen am besten. Achte auf regelmäßige Mahlzeiten und vor allem auf ein ausgewogenes und nährendes Mittagessen mit einem guten Anteil an Rohkost, auch das kühlt dein Pitta und verleiht dir angenehme Frische.
  4. Kümmere dich ganz bewusst um deinen Geist – übe dich in positiver Kommunikation und Empathie, meditiere regelmäßig, für Pitta bieten sich Herzmeditationen ganz besonders gut an, um die Herzensqualität zu stärken, und verleih deiner Freude Ausdruck beim Tanzen und Singen.
  5. Die emotionale Pitta-Anspannung kannst du durch Sport lösen, am besten in der Natur in der Nähe von Wasser oder im Wald.
5 Tipps, um dein Kapha zu senken

Wenn du das Gefühl hast, von der Couch nicht mehr hochzukommen und du deine Aufgaben so lange vor dir herschiebst, bis es nicht mehr länger geht. Wenn du an Gewicht zunimmst, obwohl du eigentlich nicht sehr viel isst, und du unter Appetitlosigkeit und allgemeiner Unlust leidest, dann weißt du, dass dein Kapha die Oberhand gewonnen hat.

  1. Bring Feuer und Leichtigkeit in dein Leben durch gut gewürzte Speisen mit einer gewissen Schärfe und leichte, trockene Nahrungsmittel. Verwende abwechslungsreiche Gewürze und Kräuter, sehr gut eignen sich Chili, Pfeffer, Kurkuma, Bockshornklee und alle herben Kräuter.

    gut gewürztes Curry aus Mangold und Kichererbsen für dein Kapha

    gut gewürztes Curry aus Mangold und Kichererbsen für dein Kapha

  2. Iss nur kleine Mahlzeiten und vermeide Zwischenmahlzeiten, sodass sich dein Verdauungsfeuer erholen kann.
  3. Vermeide Milch und Milchprodukte, diese verschleimen deinen Organismus und erhöhen das Kapha sehr stark.
  4. Betreibe viel Sport und bring deinen Körper auch im Alltag so oft wie möglich in Bewegung. Denke daran, es wird von Mal zu Mal leichter, du musst nur am Anfang dranbleiben. Um deinem Kapha so richtig einzuheizen, bringst du deinen Körper am besten einmal täglich aus eigener Anstrengung zum Schwitzen – das wirkt wahre Wunder.
  5. Du darfst dich auch ohne schlechtes Gewissen regelmäßig zurückziehen und dir Ruhe gönnen. Trenne jedoch deinen Rückzug, die Zeit auf der Couch mit einem guten Buch vom Essen. Für sehr viele Kapha-Personen gehören die Naschereien zur Couch-Zeit dazu. Auch wenn du inzwischen auf „gesunde“ Snacks zurückgreifst – deinem Kapha tun sie nicht gut.

Höre in nächster Zeit ganz bewusst auf die Signale deines Körpers und greife auf diese einfachen, aber sehr effektiven „Mittel“ zurück. Du wirst sehen, ein ausgeglichener Dosha-Haushalt erhöht deine Lebensfreude und lässt dich in deiner Haut so richtig wohlfühlen. Probiers einfach aus!

Ich freu mich über dein Kommentar!

Namasté,

Tamara-1