7 ayurvedische Ernährungsbasics für Gesundheit und Wohlgefühl

Neben den konstitutionsbezogenen Empfehlungen nennt Ayurveda grundlegende Ernährungsregeln, die für ein gesundes Leben berücksichtigt werden sollten. Einige dieser Empfehlungen kennst du wahrscheinlich bereits, manches ist vielleicht auch neu. Doch Hand aufs Herz, wie gut gelingt es dir, wirklich dabei zu bleiben? Wir alle haben alltägliche Verpflichtungen, werden zum Essen eingeladen oder schlagen im Urlaub mal so richtig über die Strenge. Nun halte ich persönlich auch nichts von strikten Ernährungsplänen, die uns dieses und jenes vorschreiben und anderes verbieten. Doch ich selbst habe die Erfahrung gemacht, dass es durchaus Sinn macht, Dinge wie Regelmäßigkeit, Bewusstheit und Qualität in der Ernährung zu berücksichtigen. Wenn ich ganz bewusst darauf achte, diese „Kleinigkeiten“ wirklich auch umzusetzen, fühle ich mich viel vitaler und das Leben macht einfach viel mehr Freude.

Mit diesem Artikel möchte ich gerne auch dir wieder mal so einen kleinen Erinnerungsanstoß mit auf den Weg geben. Gerade im Sommer kommen unsere Ernährungsgewohnheiten durch die Urlaubszeit, viele abendliche Einladungen und Unternehmungen, Reisen oder einfach die längeren Abende, die wir gerne in der Natur genießen, durcheinander. Vielleicht kannst du auch bereits die ersten Folgeerscheinungen wahrnehmen. Viele Menschen leiden nun unter Verdauungsproblemen, häufigen Blähungen oder Trägheit. Da wird es Zeit, deiner täglichen Ernährung mal wieder so richtig Aufmerksamkeit zu schenken und dir und deinem Körper dadurch eine Extra-Portion Wohlgefühl zu verschaffen!

1. Achte auf die richtige Menge

Iss nicht zu viel und nicht zu wenig. Wenn du das Essen beendest, solltest du dich nicht so richtig voll fühlen, sondern noch etwas Platz in deinem Magen haben. Als Hilfe kannst du dir dein Magenvolumen vorstellen und vierteln. Ayurveda empfiehlt, dass du zwei Teile mit fester Nahrung und einen Teil mit flüssiger Nahrung wie Suppen oder Getränke füllst. Der vierte Teil sollte frei bleiben. Es ist also optimal, wenn du mit noch leichtem Hungergefühl zu essen aufhörst und etwas abwartest, bevor du dir noch einen Nachschlag holst. Meistens stellt sich das Sättigungsgefühl dann ein und du kannst gut auf den Nachschlag verzichten.

2. Achte auf die Qualität der Nahrung

Wähle deine Nahrung wirklich bewusst und mit Bedacht aus. Denke daran, dass die Nahrung dein Treibstoff ist, das, was dich und deinen Körper nährt und im besten Fall gesund erhält. Verzichte am besten auf Fertigprodukte, deine Nahrung sollte frisch und rein sein, also auch frei von Geschmacksverstärkern und am besten auch frei von Pflanzengiften. Der Bio-Landbau wird heiß diskutiert. Ich kann dazu nur sagen, dass ich selbst auf einem Bauernhof aufgewachsen bin und den Umstieg von konventioneller zu Bio-Landwirtschaft miterlebt habe. Und ich kann es wirklich überhaupt nicht nachvollziehen, wie Menschen behaupten können, dass etwas nicht gesundheitsschädlich sein soll, wofür Menschen Schutzanzüge anziehen müssen, um es auf die Felder zu bringen. Oder womit wir als Kinder auf keinen Fall spielen durften, weil es giftig war. Und diese Stoffe, mit denen wir den Körperkontakt vermeiden sollen, werden regelmäßig auf unser Essen verteilt. Somit hat sich für mich jegliche Diskussion erübrigt und ich und meine Gesundheit sind mir biologische Nahrungsmittel absolut wert.

3. Trinke nicht zu den Mahlzeiten

Du kannst dir deinen Stoffwechsel und deine Verdauung wie ein Feuer vorstellen, das in

Trinke nur wenig warmes Wasser zu den Mahlzeiten.

Trinke nur wenig warmes Wasser zu den Mahlzeiten.

deinem Verdauungstrakt und deinen Zellen vor sich hinlodert und auf weiteren Brennstoff wartet. Neben der richtigen Menge ist für ein Feuer auch genügend Luft und Trockenheit wichtig, dass es gut brennen kann. Wenn dein Feuer nun neue „Arbeit“ erhält, sollte es nicht durch Flüssigkeit gelöscht werden, da es sonst nicht in der Lage ist, das Essen zu verbrennen und zu verstoffwechseln. So bleiben dann „ungekochte“ Rückstände zurück, die sich in deinem Körper ablagern und deine Körperfunktionen beeinträchtigen können. Ayurveda empfiehlt, ca. 1 Stunde vor und nach dem Essen nichts zu trinken. Zum Essen selbst ein kleines Glas heißes (!) Wasser schluckweise getrunken, regt dein Verdauungsfeuer an.

 

 

4. Iss in Ruhe und angenehmer Atmosphäre

Nimm dir Zeit für das Essen! Sehr viele von uns hetzen durch den Tag und können sich abends gar nicht mehr daran erinnern, was und wann sie überhaupt gegessen haben. Anstatt dir schnell mal zwischendurch ein Weckerl oder einen Schokoriegel in den Mund zu schieben und dich am Abend vollkommen erschöpft und ausgelaugt zu fühlen, überlege, ob es nicht doch eine Möglichkeit für dich gibt, Zeit für bewusstes Essen zu finden. Vielleicht kannst du ja morgens 15 Minuten früher aufstehen und mit einem warmen, bewussten Frühstück in den Tag starten. Dann kannst du dir vielleicht schon tagsüber überlegen, was du am Abend kochen möchtest und dir dann auch wirklich die Zeit dafür nehmen. Es gibt so viele, wirklich gute Gerichte, die nicht mehr als 10 bis 15 Minuten deiner Zeit für die Zubereitung beanspruchen. Wenn ich nach einem langen Tag nach Hause komme, stelle ich mich als erstes in die Küche, schnipple Gemüse und stell das Essen auf den Herd. Während es kocht, habe ich dann Zeit, um richtig anzukommen, meine Sachen zu verräumen, alles für den nächsten Tag vorzubereiten und was sonst noch so anfällt. Bis ich damit fertig bin, ist auch das Essen bereit und ich kann gemütlich und entspannt ein gesundes Abendessen genießen. Wenn etwas übrigbleibt, dann kannst du das am nächsten Tag als Mittagessen mitnehmen und du bist ohne großen Zeitaufwand richtig gut versorgt.

5. Bevorzuge (selbst-) gekochtes Essen

Im Ayurveda spielt neben dem bewussten Essen auch die bewusste Zubereitung der Speisen eine große Rolle. Somit werden auch die Einstellung und die Gedanken während des Kochens berücksichtigt. Alles, was wir während des Kochens in das Essen geben, wird anschließend wieder von uns aufgenommen und zwar, durch den Kochvorgang, in noch verstärkter Form. Wenn du selbst kochst, weißt du auch, welche Zutaten im Essen sind und du kannst darauf achten, während des Kochens nicht zu streiten oder über die „Übel der Welt“ nachzudenken. Mach doch aus dem Kochen ein wohltuendes Erlebnis. Höre gute Musik oder ein inspirierendes Hörbuch, singe und tanze dabei, denk an all das Wunderbare, das es in deinem Leben gibt. Und du wirst sehen, so macht nicht nur das Kochen mehr Freude, sondern auch das Essen schmeckt um so viel besser. Probiers doch einfach mal aus!

6. Iss regelmäßig und verzichte auf Zwischenmahlzeiten

Grundsätzlich empfiehlt Ayurveda drei warme Mahlzeiten am Tag. Wenn dein Vata jedoch sehr hoch ist, ist es wahrscheinlich schwierig, dazwischen nichts zu essen, weil dein Hunger einfach zu groß ist. Vata-Konstitutionen dürfen und sollten sogar am Vormittag etwas Obst zu sich nehmen und vor allem am Nachmittag, wenn das Vata sein Tageshoch erreicht, ein paar Nüsse, eine warme Gemüsebrühe oder einen Milchtee verzehren. Kapha-Konstitutionen sollten sich jedoch unbedingt daran halten, keine Zwischenmahlzeiten zu essen, da das Kapha sonst sehr stark ansteigt und das relativ schwache Verdauungsfeuer zu kurze Erholungsphasen hat. Für Pitta ist ein gutes und kräftiges Mittagessen sehr, sehr wichtig.

7. Achte auf einen ausgewogenen Geschmack

Ayurveda unterscheidet sechs Geschmacksrichtungen: süß, sauer, salzig, scharf, bitter und herb. Eine ausgewogene Mahlzeit beinhaltet alle sechs Geschmacksrichtungen. Ich beobachte immer wieder, dass viele von uns verlernt haben, das Essen zu würzen. Bei vielen beschränkt sich das Würzen auf Salz und Pfeffer, eventuell noch etwas Zucker. Auch ich durfte den Umgang mit Gewürzen durch Ayurveda wieder erlernen und inzwischen macht mir das richtig Freude. Durch die Auswahl wertvoller Gewürze wird das Kochen und Essen erst so richtig zu einem Erlebnis. Wichtig ist, dass du bei der Auswahl der Gewürze auch immer deine Konstitution berücksichtigst. Während Kapha so richtig intensiv würzen darf, eignen sich für Vata eher mild gewürzte Speisen und Pitta verzichtet auf die scharfen, erhitzenden Gewürze.

Einige dieser Empfehlungen wirken auf den ersten Blick sehr einfach. Doch denk mal zurück an deine letzten Mahlzeiten, was davon beachtest du regelmäßig beim Essen. Ich selbst freue mich immer darüber, wenn ich mal wieder an das Einfache erinnert werde. Dann kann ich wieder bewusster in den Alltag starten und das ein oder andere auch wieder ganz bewusst umsetzen. Wie sehen denn deine Essgewohnheiten aus? Achtest du auf spezielle Regeln? Und mich würde auch interessieren, ob du gerne kochst und worauf du beim Kochen wert legst? Ich freu mich über dein Kommentar!

Alles Liebe und namasté,

Tamara-1