In unserer heutigen westlichen Welt der materiellen Fülle, in der wir durchgehend Zugriff auf nahezu alle möglichen Lebensmittel haben, rückt das Thema des Gewichtsmanagements in den Fokus. Wie ich immer wieder bei Zusammenkünften von Frauen erlebe, ist das eigene Aussehen, vor allem das eigene Gewicht, für viele der stärkste Antrieb für eine Lebensstiländerung. Manchmal wundere ich mich doch, wenn ich beobachte, dass Rückenschmerzen, regelmäßige Kopfschmerzen oder andere Anzeichen für Ungleichgewichte im Körper selten als so wichtig empfunden werden wie ein paar Gramm Fett an den Hüften oder am Bauch mehr oder die ein oder andere Falte im Gesicht.

Grundsätzlich ist das ja nun nicht schlimm, vor allem, wenn es im Großen und Ganzen zu einem gesünderen und bewussteren Lebensstil führt. Dies ist jedoch nicht immer der Fall, viele kämpfen sich von einer Diät zur nächsten und entwickeln während dieser Selbstquälerei eine sehr fragwürdige Beziehung zum eigenen Körper.

Auch ich habe die Erfahrungen gemacht. Anfang 20 pflegte ich einen sehr ungesunden Lebensstil und da ich in meiner Konstitution über ein gesundes Kapha verfüge, hat sich dieser Lebensstil sehr schnell in Übergewicht niedergeschlagen. In der Hoffnung auf ein Wundermittel, probierte auch ich die ein oder andere Diät, die ich jedoch zum Glück nie sehr lange durchhielt, sodass sich die positiven und negativen Folgen in Grenzen hielten. Meine körperlichen Probleme, meine Trägheit und fehlende Lebensfreude – nichts erschien als so wichtig wie meine Kleidergröße.

Der Weg zu Selbstliebe und gesunder Lebensführung

Der Weg zu mehr Selbstliebe führte bei mir über Yoga. Während ich davor immer wieder Sport machte, um abzunehmen oder auch häufig nur an der Freude an Bewegung z.B. im Tanz, erfuhr ich im Yoga das erste Mal einen Zustand, in dem ich Verbindung zu meinem Körper aufnahm und in dem ich das Wunder spürte, das mein Körper in jedem Atemzug und jeder Bewegung vollbringt, sodass ich die Erfahrungen hier auf der Erde erleben kann. Und ich konnte das erste Mal auch loslassen und den Kampf gegen mich selbst aufgeben. Dies war der Beginn einer Entwicklung, in der ich Schritt für Schritt wieder zu spüren begann, was meinem Körper guttut und womit ich meinen Körper schädige. Hierbei erhielt ich auch Unterstützung aus dem Ayurveda, der mir half, auch auf der rationalen Ebene zu verstehen, welcher Ernährungs- und Lebensstil meiner Konstitution entspricht.

Natürlich bedurfte dieser Weg auch viel Disziplin und war geprägt von vielen Aufs und Abs. Der ungesunde Umgang mit meinem Körper war verknüpft mit vielen unterdrückten Emotionen und Themen aus der Vergangenheit, die sich nun nach und nach lösen durften. Auf diesem Weg lernte ich auch mit Rückschlägen anders umzugehen. Anstatt sofort wieder in alte Muster der Selbstkasteiung zu verfallen, schenkte ich mir selbst Verständnis und Mitgefühl – eine für mich völlig neue Erfahrung. Und ohne dem Gefühl, schon wieder versagt zu haben, war es plötzlich leichter, nicht gleich alles über Board zu werfen, sondern mehr das große Ganze im Auge zu behalten. Somit gab es auch diese davor so wichtigen Ziele wie 5 kg bis zu diesem oder jenem Datum abzunehmen nicht mehr. In den Mittelpunkt rückte mein Wohlbefinden und Glücklichsein und mein Leben ganz danach auszurichten.

Mein ganz persönlicher Tipp für dich: Wenn du gerne an Gewicht verlieren möchtest, geh liebevoll mit dir um, kümmere dich um deine Bedürfnisse und bestraf dich nicht noch zusätzlich zu dem Gefühl der Unzufriedenheit mit dir selbst. Anstatt deine gesamte Disziplin aufzuwenden, um oft fragwürdige Diätkonzepte zu verfolgen, nutze diese Disziplin, um dir selbst täglich Zeit und Aufmerksamkeit zu schenken. Meditiere täglich – sitze 10 bis 15 Minuten jeden Tag ganz in Ruhe mit dir, ohne Ablenkung, und spür hin, was da ist, was sich gerne zeigen möchte und welche Teile in dir gerade Aufmerksamkeit brauchen. Schenke deinem Körper Aufmerksamkeit, nimm deine Atemzüge bewusst wahr, schenke dir regelmäßige Selbstmassagen und spür, wie gut sich das anfühlt. All das ermöglicht dir dein wunderbarer Körper. Beginne doch damit, deinem Körper auch dafür zu danken, dass er dir so gute Dienste leistet. Und dann gehe aus dieser Dankbarkeit und Selbstliebe heraus dazu über, deine Ernährung und deinen Lebensstil Schritt für Schritt an deine Konstitution anzupassen, sodass du dich, deine Lebensfreude und deine Gesundheit auf bestmögliche Weise förderst. Wie dich Ayurveda darin unterstützen kann, erzähle ich dir im nächsten Artikel.

Bis dahin wünsche ich dir viel Freude beim Spüren, Erfahren, Zulassen und Dich-Selbst-Verwöhnen!

Namasté,

Tamara-1