Fühlst du es auch schon? Dieses ganz besondere Gefühl, das sich im Sommer breit macht und uns schon am Morgen freudvoll aus dem Bett springen lässt?

 

Der Sommer lädt uns ein, die Seele baumeln zu lassen und uns selbst zu genießen im Sein und weniger im Tun. Im Sommer fühlen wir uns so frei wie sonst nie, wir genießen die lauen Nächte, baden im Mondlicht, laufen barfuß durch Wiesen, betrachten die blühende Pracht der Natur und lauschen den Bienen und Vögeln.

 

Auch in der Hitze des Sommers ist es ganz wichtig, dass wir gut auf uns und unseren Körper achten, sodass wir uns richtig wohlfühlen. Ganz besonders, wenn du auch im Sommer dein Büro hüten darfst oder in einer Stadt wohnst ohne Möglichkeit, dich zwischendurch in einem See abzukühlen. Deshalb hab ich heute ein paar wundervolle Inspirationen für dich mitgebracht, wie du den Sommer noch mehr genießen kannst, auch oder vor allem wenn dein Organismus die Hitze nicht so gut verträgt.

 

Aus Ayurveda-Sicht ist es vor allem für Menschen mit einer ausgeprägten Pitta-Konstitution wichtig, im Sommer auf gute Kühlung zu achten. Diese Folge ist deshalb vor allem für all die Feuerfrauen unter euch besonders wichtig, doch jeder Körper ändert seine Bedürfnisse im Wechsel der Jahreszeiten. 

 

Auch wenn der Sommer dich besonders dazu einlädt, intensiven Sport zu betreiben, ist es vor allem jetzt wichtig, dass du deine Grenzen spürst und exzessives Schwitzen meidest. Ein sanftes Workout am Morgen, um deinen Kreislauf anzuregen, oder, wenn du die Möglichkeit hast, Schwimmen im kühlen Nass sind jetzt genau das Richtige. Wie oft begegnen mir jedoch Menschen, die in der Hitze der sommerlichen Mittagssonne joggen, bereits mit hochrotem Gesicht und komplett durchgeschwitzt. Wenn du dich auch dazu zählst, dass du das gerne machst, lass dir das nochmals durch den Kopf gehen. Gegen sanftes Joggen am kühlen Morgen ist absolut nichts einzuwenden, doch die Mittagssonne solltest du im kühlen Schatten genießen, denn sonst tust du deinem Organismus nichts Gutes.

 

Gerade im Sommer verspüren wir oft große Lust auf Rohkost, kühlende Salate, frische Früchte. Auch wenn dies sehr verlockend ist, ist aus ayurvedischer Sicht zu viel Rohkost auch im Sommer nicht empfehlenswert. Durch die Hitze im Außen fährt unser Körper zum Ausgleich unser Verdauungsfeuer gerne eine Stufe hinunter. Zu viel Rohkost schwächt unser Verdauungsfeuer zusätzlich. Ein kleiner erfrischender Salat als Vorspeise zu Mittag oder Salat mit mindestens zur Hälfte gedünstetem Gemüse tut uns gut. Ansonsten sind deinen kulinarischen Genüssen, die der Sommer in all seiner Pracht zu bieten hat, keine Grenzen gesetzt. Viel frisches grünes Gemüse mit bitteren und herben Komponenten und süße Früchte nähren dich nun besonders gut und kühlen dich von innen. Also all das, was jetzt wächst und gedeiht.

 

Das Gleiche gilt auch für stark gekühlte Getränke. Kühle dich mit erfrischendem Gurkenwasser mit frischen Minzeblättern oder Pfefferminze oder auf Zimmertemperatur abgekühltem Tee. Doch verzichte besser auf die Eiswürfel, die dein Verdauungsfeuer noch mehr schwächen würden. Zusätzlich wird dein Körper dazu angeregt, auf Hochtouren daran zu arbeiten, deine Körpertemperatur zu erhalten, was letztendlich zu noch mehr Hitze in deinem Körper führen würde. Wasser, ungesüßter Tee in Zimmertemperatur sind jetzt besonders gut geeignet, um deinen Körper vor Dehydrierung zu schützen.

 

Sommer ist Beerenzeit. Die leicht säuerlichen Früchte habe eine wunderbar kühlende Wirkung auf unseren Körper, ebenso wie die herrliche Wassermelone. Nimm rohe Früchte am besten für sich alleine zu dir. Dadurch unterstützt du dein Verdauungsfeuer bestmöglich. Verzichte vor allem auf die Kombination von rohen Früchten und Milchprodukten. Dies verstopft all die Kanäle in deinem Körper, durch die Abfallstoffe abtransportiert werden.

 

Meine drei absoluten Top-Begleiterinnen für die heißen Sommermonate sind:

  • Kokosöl
  • Rosenwasser
  • Gurken – Melissewasser

 

Kokosöl – sowohl von innen wie auch von außen –  wirkt kühlend auf unseren Körper und hilft dir daher besonders gut, einen kühlen Kopf zu bewahren. Es nährt unsere Gewebe wunderbar und hat gleichzeitig eine entschlackende Wirkung. Für die tägliche Massage verwende ich im Sommer immer Kokosöl, es schützt unsere Haut vor frühzeitiger Alterung, vor allem, wenn wir uns nun mehr in der Sonne aufhalten, und vor Austrocknung. Das Kokosöl kommt für mich auch immer mit an den Strand und ich öle meine Haare vor dem Bad im Salzwasser und bewahre dadurch auch gleich einen kühlen Kopf.

Wenn du dazu neigst, viel Hitze im Kopf anzusammeln oder durch die Hitze schwere, geschwollene Beine hast, wirkt eine sanfte Fußmassage mit Kokosöl wahre Wunder und du fühlst dich erfrischt und entspannt.

Im Sommer kommt auch in mein Porridge am Morgen schon ein Löffel Kokosöl, um mich auch von innen zu kühlen ohne mein Verdauungsfeuer zu belasten.

Ich liebe Rosenwasser. Im Sommer trage ich schon am Morgen etwas Rosenwasser auf meine Schläfen auf und wenn ich, vor allem an schwülen Tagen, wenn sich ein Sommergewitter ankündigt, Druck hinter meinen Augen spüre, lege ich ein in Rosenwasser getränktes Mulltuch auf meine Augen auf. Dies nimmt ihnen sehr schnell die Schwere. Auch auf meinem Schreibtisch steht immer ein Sprühfläschchen mit Rosenwasser bereit, mit dem ich mir zwischendurch das Gesicht kühle, um auch in der Hitze wieder klar denken zu können.

 

Im Sommer bereite ich jeden Morgen einen großen Glasbehälter mit Wasser, in das ich frische Melisseblätter, Gurkenscheiben und/oder je nach Lust und Laune Rosenblüten, Lavendelblüten oder Himbeerblätter gebe. Dies stelle ich dann auf die Fensterbank und so habe ich den ganzen Tag über herrlich erfrischendes Wasser in Raumtemperatur zur Verfügung und ich kann so besser darauf achten, dass ich auch genug Flüssigkeit zu mir nehme.

Was ich jetzt ganz besonders genieße, ist es, mit der aufgehenden Sonne aufzustehen. Im Sommer fällt uns das frühe Aufstehen besonders leicht. Und auch, wenn du dich eher als Langschläferin bezeichnen würdest, möchte ich dich einladen, dies mal auszuprobieren. Unser Körper liebt die zusätzlichen Stunden an Tageslicht. Steh mit dem ersten Vogelgezwitscher auf, bereite dir deinen Lieblingstee und setz sich dann hinaus in das erste Sonnenlicht und genieße den Sonnenaufgang. Dieses erste Morgenlicht ist für unsere Haut und unsere Augen besonders gut. Verbinde dich mit deiner Atmung und spüre einfach das Wunder des Lebens. Wenn du auf der Erde im Gras sitzt, kannst du dich ganz besonders gut mit Mutter Erde verbunden fühlen. Ich liebe diese ganz bewussten ersten Stunden des Tages im Sommer.

 

Und auch wenn die langen Tage dich vielleicht dazu einladen, dir die Nächte um die Ohren zu schlagen, genieße auch in den lauen Abendstunden die Ruhe und Schönheit des Moments, sodass du auch innerlich zur Ruhe kommen kannst. Lies ein gutes Buch oder höre ein inspirierendes Hörbuch, während du den Sonnenuntergang beobachtest. Vor allem aber schalte die elektronischen Geräte, bei denen du auf einen Bildschirm schaust, früh genug aus, denn wenn es so lange hell ist, braucht dein Körper eine besonders gute Erinnerung daran, runterzufahren und abzuschalten, um sich auf das Schlafen einzustimmen. Auch, wenn dein Körper im Sommer weniger Schlaf benötigt als im Winter, achte auf eine erholsame Nachtruhe – vor allem in den Stunden vor Mitternacht.

Mit diesen Inspirationen wünsche ich dir von Herzen eine herrliche Sommerzeit, in der du dich gut mit der Natur verbinden kannst und das Leben durch jede deiner Zellen strömen lässt.

 

Alles Liebe zu dir!

Tamara