Zählst du dich auch zu den Menschen, die regelmäßig unter starken Kopfschmerzen leiden? Warst du deswegen schon viele Male bei einem Arzt oder einer Ärztin, die jedoch nichts weiter tun konnte, als dich mit Schmerzmitteln abzuspeisen?

Ich habe manchmal das Gefühl, dass Kopfschmerzen in unserer Gesellschaft als etwas Gegebenes angesehen werden, das halt einfach zum Leben dazu gehört.

 

Auch ich war früher lange Zeit dieser Ansicht. Es war für mich ganz normal, mehrmals die Woche unter Kopfschmerzen zu leiden. Schnell ein Schmerzmittel eingeworfen, um den Schmerz zu unterdrücken und die Welt war wieder in Ordnung.

 

In der heutigen Podcastfolge möchte ich gerne dein Bewusstsein dafür wecken, dass regelmäßige Kopfschmerzen bei gesunden Menschen nicht einfach dazu gehören und nicht sein müssen. Regelmäßige Kopfschmerzen sind ein Anzeichen für ein oder mehrere Ungleichgewichte in deinem Organismus und aus meiner eigenen Erfahrung lohnt es sich, den Ursachen für deine Kopfschmerzen auf den Grund zu gehen.

 

Doch bitte ganz wichtig: Wenn du unter regelmäßigen Kopfschmerzen leidest, lasse dies unbedingt medizinisch abklären, sodass organische Ursachen ausgeschlossen werden können. Die Empfehlungen der heutigen Podcastfolge richten sich an Frauen, die aufgrund von zu hohem Stress, Überforderung oder einem Unterdrücken der eigenen Bedürfnisse an regelmäßigen Kopfschmerzen leiden.

 

Heute ist es so normal, dass man sich bei Kopfschmerzen schnell mal eine Schmerztablette einwirft, um weiter zu funktionieren und das tägliche Pensum zu erfüllen. Unser leichtfertiger Umgang mit diesen Mitteln lässt schnell vergessen, dass Schmerzmittel, egal welcher Art, nicht so harmlos sind wie sie gerne dargestellt werden. Ich bin keine Ärztin und möchte nun auch gar nicht lange über dieses Thema sprechen. Doch möchte ich dich gerne dazu inspirieren, dir mal den Beipackzettel GUT durchzulesen und dir vor allem die möglichen Nebenwirkungen anzuschauen.

 

Bitte versteh mich jetzt nicht falsch. Ich bin absolut keine resolute Gegnerin der modernen Medizin. Ganz im Gegenteil, wenn ich daran denke, wozu die heutige Medizin in der Lage ist, wie gut sie so vielen Menschen helfen kann, dann bin ich begeistert und zutiefst dankbar für all die Möglichkeiten, die wir dank der modernen Medizin haben.

 

Probleme sehe ich jedoch in dem großen Medikamentenmissbrauch, der breitflächig stattfindet. Probleme sehe ich dort, wo Mediziner und Medizinerinnen verlernt haben, nach den Ursachen zu forschen und stattdessen ausschließlich auf Symptomunterdrückung setzen, sodass sich der Patient/die Patientin scheinbar besser fühlt ohne Rücksicht darauf, dass diese Vorgehensweise in vielen Fällen der Anfang eines Teufelskreises ist. Denn viele dieser Medikamente ziehen, vor allem wenn sie über einen langen Zeitraum regelmäßig eingenommen werden, oft eine Reihe an Folgebeschwerden nach sich, die dann wiederum mit Medikamenten unterdrückt werden.

 

Und hier ist jede Einzelne von uns aufgefordert, selbst Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen. Hier bist du aufgefordert, in deine Eigenverantwortung zu gehen und selbst gut darauf zu achten, dass es dir gut geht. Und auch, wenn es in akuten Fällen angezeigt ist, großen Schmerzen mit Medikamenten entgegenzuwirken, lass dich nicht damit abspeisen, sondern bleibe selbst dran und erforsche die möglichen Ursachen für auftretende Schmerzen und dann ändere die Bereiche deines Lebensstils, die für die Symptome verantwortlich sind – liebevoll und mit großem Mitgefühl dir selbst gegenüber.

 

Dies habe auch ich erst mit der Zeit lernen dürfen. Und Ayurveda und Yoga waren eine große Stütze für mich auf diesem Weg.

 

Auch bei Kopfschmerzen finden sich wunderbare Hilfemaßnahmen im Ayurveda und Ayurveda bietet einen Leitfaden, um den Ursachen auf die Schliche zu kommen.

 

Während wir hier in der westlichen, modernen Medizin meist erst reagieren, wenn die Symptome auftreten und dann mit Symptombekämpfung arbeiten, ist es aus ayurvedischer Sicht wichtig, besonders in den Zeiten zwischen den Symptomen zu schauen, was du an deinem Lebensstil ändern kannst, sodass die Symptome gar nicht mehr auftreten. Natürlich gibt es auch im Ayurveda Mittelchen und Herangehensweisen in den akuten Phasen, um die Symptome zu lindern. Doch wirkliche Änderungen kannst du dann in deinem Leben umsetzen, wenn es dir gerade soweit gut geht, dass du die Empfehlungen auch umsetzen kannst.

 

Wie in der modernen Medizin werden auch aus ayurvedischer Sicht viele unterschiedliche Arten von Kopfschmerzen und ihre unterschiedlichsten Ursachen unterschieden.

 

Aus meiner Erfahrung in meinen Beratungen sind die in unserer Gesellschaft sehr häufig auftretenden Kopfschmerzen meist bedingt durch zu viel Stress, einen voll gefüllten Alltag, ein Unterdrücken der eigenen Bedürfnisse und eine der eigenen Konstitution nicht gerechte Ernährungsweise, was zu Dysbalancen in unserem Körper führt.

 

Auch aus ayurvedischer Sicht sind Kopfschmerzen ein sehr komplexes Thema und es würde den Rahmen dieser Folge sprengen, detailliert auf diese Thematik einzugehen. Vielmehr möchte ich dir heute ein paar einfache ayurvedische Hausmittel mit auf den Weg geben, die du akut anwenden kannst, vor allem bei Kopfschmerzen, die in Verbindung mit der zur Zeit vorherrschenden Hitze auftreten. Du findest hier auch einige mögliche Ayurveda-Empfehlungen, die du auch in der Schwangerschaft anwenden kannst – doch bitte immer zuerst mit deiner Ärztin/deinem Arzt abklären.

 

Große Hitze im Außen kann auch schnell unser Körpersystem überhitzen. Dies kann dann wiederum zu hitzebedingten Kopfschmerzen führen, welche mit der ayurvedischen Bio-Energie Pitta in Zusammenhang stehen.

 

Vor allem im Sommer und bei Frauen, die bereits viel Feuer in ihrer Konstitution haben treten häufig Pitta-Kopfschmerzen auf. Diese drücken sich aus durch Hitzegefühle im Körper und einem starken Druck im Kopf, häufig hinter den Augen, der in den ganzen Kopf ausstrahlt. Begleitet werden diese Kopfschmerzen oft von übermäßigem Durst, hoher Lichtempfindlichkeit und Sodbrennen.

 

Sind wir großem Stress im Sinne von vielen verschiedenen Aufgaben und einem sehr schnellen Tagesablauf mit vielen Eindrücken ausgesetzt, dann haben die daraus resultierenden Kopfschmerzen häufig ein zu Viel von Vata als Ursache. Dies betrifft vor allem auch Frauen, die bereits viel Luft in ihrem System haben. Diese Kopfschmerzen zeigen sich durch ein Spannungsgefühl im Nacken, das nach oben in den Kopf zieht, und wird begleitet von einer hohen Geräuschempfindlichkeit, Augenflimmern und einem pochenden Schmerz hinter den Schläfen oder zwischen den Augenbrauen.

 

Was kannst du nun tun, um häufiger auftretenden Kopfschmerzen entgegenzuwirken?

 

  • Als erstes würde ich dir empfehlen, ein Kopfschmerztagebuch zu führen, um den Ursachen und der Häufigkeit auf den Grund zu gehen. Halte in diesem Tagebuch fest, wann dein Kopfschmerz auftritt, wie sich die Schmerzen anfühlen, ob du an diesem Tag großen Stress hattest, was du davor gegessen hast, ob du in der Nacht davor gut geschlafen hast und, auch ganz wichtig, in welcher Phase deines weiblichen Zyklus du dich befindest.
  • Wenn dein Kopfschmerz auftritt, schaffe dir den Raum, um auf deine Bedürfnisse einzugehen. Sobald du Luft hast, frag doch deinen Körper mal, was er denn braucht und wie du ihm Gutes tun kannst, sodass er sich wieder wohlfühlt. Ich weiß, das ist in der akuten Situation oft nicht möglich bzw. wenn der Kopf schmerzt, dann möchtest du dich vielleicht nicht noch auch damit beschäftigen, sondern einfach deine Ruhe haben. Das Ziel dieser Übung wäre jedoch, dass du dir selbst und deinem Körper regelmäßig diese Frage stellst – auch wenn es dir gerade gut geht – und dann entsprechend auf die Bedürfnisse, die dir dein Körper zeigt, eingehst. Es ist wichtig, dass du verstehst, dass dir dein Körper nichts Böses will, wenn er Kopfschmerzen hat. Sondern die Kopfschmerzen sind häufig eine Reaktion darauf, dass sich dein Körper überfordert fühlt bzw. die Umstände, unter denen er gerade funktionieren soll, nicht seinen Bedürfnissen entsprechen. Und je öfter du dich darin übst, die Signale deines Körpers zu erkennen – im besten Fall schon lange bevor die ersten Kopfschmerzen auftreten – umso besser könnt ihr im Team zusammenarbeiten und umso wohler fühlen du und dein Körper sich.
  • Bei Hitze-bedingten Kopfschmerzen:
    • Meide, vor allem jetzt im Sommer, direkte Sonneneinstrahlung
    • Kühle deinen Kopf mit nassen Wickeln mit ein paar Tropfen Lavendel- und Majoran-Öl
    • Massiere deinen Kopf und deine Füße regelmäßig mit kühlendem Ghee oder Kokosöl (wichtig: das Öl auch trotzdem immer leicht erwärmt, sodass es gut in dein Gewebe einziehen kann)
    • Meide erhitzende Nahrungsmittel. Jetzt denkst du vielleicht, dass du darauf im Sommer eh keine Lust hast. Doch zu den erhitzenden Nahrungsmitteln zählt Vieles, das an einem feinen Grillabend auf den Teller kommt. Gebratenes, stark Gewürztes, vor allem mit Pfeffer und Chili, Fleisch und Auberginen zählen zu den erhitzenden Nahrungsmitteln. Ebenso solltest du Joghurt, Schafsmilch, Sesamsamen und Urad-Bohnen nur in sehr geringen Maßen zu dir nehmen.
    • Verwöhne dich dagegen mit süßen, frischen Früchten wie Bananen, süße Weintrauben, Wassermelone, Mangos, süße Granatäpfel, Gerste, Mung-Dal, Kürbisse, Artischocken, Fenchel, Zucchini und süßliche, kühlende Gewürze wie Fenchelsamen, Koriander, Anis, Safran.
  • Schenke dir und deinem Körper bewusste Auszeiten: Spaziergänge im Wald oder am Wasser, Meditationen oder Stille-Übungen am Morgen, spannungslösende Atemübungen, sanfte Bewegung, um Spannungen in Nacken und Schultern zu lösen.
  • Wenn du dir bisher keine Zeit dafür genommen hast: Gönne dir! Gönne dir Freude in deinem Leben. Gönne dir Tätigkeiten, die dich mit Freude erfüllen:
    • B. Zeit mit deinen Herzensfreundinnen
    • Ein Eis essen gehen mit deinem Liebsten
    • Einfach am See sitzen und die Vögel beobachten
    • Im Gras liegen und den Wolken zusehen
    • Lies wieder mal ein gutes Buch
    • Spiel mit deinen Kindern, ohne dabei daran zu denken, was du alles putzen solltest, ob vielleicht die Wäsche auf dich wartet…
    • Lass dich bei einer Massage verwöhnen
    • Singe, tanze, lache
    • Wann hast du dich das letzte Mal so richtig lebendig und voller Freude gefühlt? Setze solche Freude-Dates mit dir fest in deinen Kalender – du musst noch nicht wissen, was du dann genau machst, hier kannst du einfach deiner Lust und Freude folgen. Doch halte dir die Zeit als Fixtermin in deinem Kalender fest.
  • Was auch wunderbar vorbeugend hilft, sind Nelken. Immer, wenn du merkst, dass Kopfschmerzen schon so leicht anklingen, dann kau bzw. lutsche 2 Nelken für ca. 10 Minuten. Das befreit den Kopf wunderbar herrlich.
  • Kühle deine Augen regelmäßig mit Wattepads, die du in Rosenwasser getränkt hast und die du dir für ein paar Minuten auf deine geschlossenen Augen legst.
  • Träufle dir morgens und abends jeweils 1 Tropfen Sesamöl in die Nasenlöcher.
  • Und, was für uns Frauen auch ganz besonders wichtig ist, vor allem auch in Verbindung mit regelmäßigen Kopfschmerzen: verbinde dich mit deinem weiblichen Monatszyklus. Es hat einen Grund, weshalb viel mehr Frauen als Männer von regelmäßigen Kopfschmerzen betroffen sind. Wir Frauen sind noch viel stärker zyklische Wesen als Männer. Unser Monatszyklus ist geprägt von Phasen, in denen wir voller Kraft durch das Leben gehen und die Welt erobern können, aber auch von Phasen, in denen wir Rückzug, Ruhe und Raum für uns selbst brauchen. Zum weiblichen Zyklus werde ich dir hier einmal mehr erzählen. Doch für heute möchte ich dir mit auf den Weg geben, dass du, wenn du unter regelmäßigen Kopfschmerzen leidest, dir auch mal die Verbindung zu deinem weiblichen Zyklus ansiehst. Schaffe Raum für Erholung in den Phasen, in denen du dich nicht so gut fühlst. Und das Gute ist, dadurch, dass sich die zyklischen Phasen jeden Monat wiederholen, kannst du deine Monatsplanung wunderbar auf deinen Zyklus abstimmen und so auch auf diesem Wege etwas für dein Wohlbefinden tun, sodass dein Körper keinen Grund mehr hat, um mit starken Kopfschmerzen auf sich und seine Bedürfnisse aufmerksam zu machen.

 

Ich danke dir fürs Zuhören und wünsche dir eine wundervolle Zeit! Genieße dich und deine Freude.

Wie immer freue ich mich wieder, wenn du mir in den Kommentaren von deinen Erfahrungen berichtest! Die nächste Folge von Blooming YOU für dein Aufblühen findest du dann wieder nächsten Sonntag hier.

 

Alles Liebe zu dir,

Tamara