Alles hat seine Zeit im Leben. So auch unsere Nachtruhe.

 

Heute habe ich einen Appell für die Nachtruhe für dich. Jetzt denkst du dir vielleicht: Nachtruhe? Das klingt so altmodisch, das klingt so nach Oma´s Zeiten. Und überhaupt bist du eigentlich eine richtige Nachteule, die erst in der Nacht so richtig kreativ und effizient arbeiten kann und das hat sicher seinen Sinn und du möchtest dir das auf keinen Fall nehmen lassen.

 

Tja, und ich kann dich da nur zu gut verstehen. Mir ist es ganz lange Zeit auch so gegangen. Während der Schulzeit – also nicht mit 10 Jahren, aber so mit 16, 17 – und dann während des Studiums hatte ich meine produktivsten Phasen immer in der Nacht. Ich habe in der Nacht gelernt, meine Seminararbeiten geschrieben, gelesen und ich hatte auch das große Glück, viele Leute in meinem Freundeskreis zu haben, die sich selbst genauso als Nachteulen empfunden haben. So haben auch meine intensivsten und hochphilosophischsten Gespräche in der Nacht stattgefunden. Und es hat sich so gut angefühlt, so in meinem ganz eigenen Rhythmus in den Tag oder viel mehr in die Nacht hineinzuleben.

 

Erkennst du dich bei dieser Schilderung zumindest teilweise wieder?

 

Tja, dann hab ich eine Frage an dich: Wie fühlst du dich denn mit diesem Tagesrhythmus wirklich? Also jetzt mal davon abgesehen, ob du tagsüber einem regulären Beruf nachgehst oder Kinder versorgst oder irgendwelche anderen Aufgaben hast, die tagsüber erledigt werden müssen.

 

Fühlst du dich wirklich, wirklich wohl mit diesem Rhythmus? Hast du das Gefühl, dass der Schlaf, den du bekommst, ausreicht? Oder dass der Schlaf tagsüber eine genauso gute Qualität hat wie der Nachtschlaf?

 

Also ich kann ganz ehrlich sagen – jetzt, da ich den Vergleich habe – ich habe mich damals mit diesem Rhythmus überhaupt nicht wohlgefühlt. Und das, obwohl ich damals noch um einige Jahre jünger war und ich wage zu behaupten, dass mein Körper damals noch einiges besser weggesteckt hat als er es heute tun würde, wenn ich noch den gleichen Lebensstil leben würde. Ich kann mich noch erinnern, wie ich mich morgens dann immer aus dem Bett gequält habe, denn die Professoren und Professorinnen wussten ja nichts von meinem Nachteulen-Dasein und wenn sie etwas davon gewusst hätten, wären sie mir vermutlich auch nicht wirklich mit den Unterrichtszeiten entgegengekommen. Nachmittags musste ich dann den fehlenden Schlaf oft nachholen, weil ich einfach zu k.o. war. Und nach den Nachmittagsschläfchen war ich erst recht erledigt und brauchte immer ziemlich lange, um wieder voll einsatzfähig zu sein, wodurch ich dann erst wieder in der Nacht zu meinen Arbeiten gekommen bin.

 

Und auch an den Tagen, an denen ich vormittags lange ausschlafen konnte, bin ich nie so wirklich erholt aus dem Bett gehüpft, voller Energie und Vorfreude auf den Tag.

 

Tja und aus ayurvedischer Sicht gibt es dafür auch ganz einleuchtende Erklärungen. Aus ayurvedischer Sicht, wie übrigens auch in der Schulmedizin, ist der Schlaf zwischen 22 und 2 Uhr am tiefsten und damit am wichtigsten.

 

Nach Ayurveda befinden wir uns von 18 – 22 Uhr in der sogenannten Kapha-Phase, also einer Phase, die von den Elementen Erde und Wasser dominiert werden. Somit ist dies die beste Zeit, um innerlich zur Ruhe zu kommen, um deinen Tag abzuschließen und vor allem, um gut einzuschlafen.

 

So um 22 Uhr geht die Qualität fließend über in die Pitta-Phase, dominiert vom Feuer-Element. Und das Pitta ist in unserem Körper zuständig für all die Abbaustoffwechselprozesse, also für all die Reinigungsarbeiten in unserem Körper. Und wir wissen inzwischen auch aus der Schulmedizin, dass unser Körper während des Schlafens im Grunde sehr aktiv ist. Unsere Zellen werden erneuert, Fett wird abgebaut, Nieren und Leber arbeiten auf Hochtouren und befreien uns von Giftstoffen in unserem Organismus. Also alles Funktionen, die in unserem Körper aus ayurvedischer Sicht von Pitta geleitet werden. Somit wird unser Körper in der Zeit von 22 bis 2 Uhr bestmöglich von der Zeitqualität unterstützt, um all die Aufgaben, die er während des Schlafes für uns bewältigt, durchzuführen.

 

Im Zusammenhang damit gibt es noch einen weiteren guten Grund, um früh genug am Abend ins Bett zu gehen. Es ist wichtig, dass unsere Verdauungsorgane in dieser Pittazeit nicht mehr damit beschäftigt sind, das Abendessen zu verdauen. Und die beste Möglichkeit, um ein spätes Abendessen zu vermeiden, ist es, früh genug ins Bett zu gehen und dem natürlichen Rhythmus zu folgen.

Wenn wir kein künstliches Licht hätten, wäre es ganz natürlich für uns, mit dem Sonnenuntergang ins Bett zu gehen bzw. zu ruhen.

 

Es ist auch noch aus einem weiteren Grund sinnvoll, spätestens um 22 Uhr ins Bett zu gehen. Denn, wie bereits erwähnt, wechselt hier die Zeitqualität von Kapha zu Pitta. Am Ende der Kapha-Zeit sind wir müde und wir können gut einschlafen. Übertauchen wir diese Müdigkeit jedoch, dann werden wir mit der Pitta-Zeit wieder aktiver. Unser inneres Feuer brennt wieder stärker und treibt uns zu Leistungen an, gleichzeitig bekommen wir in dieser Zeit auch häufig Hunger und essen gerne noch etwas, was wieder Auswirkungen auf unsere Schlafqualität hat.

 

 

Ja, und weil Schlaf in unserer heutigen Zeit ein so wichtiges Thema ist – so viele meiner Klientinnen finden aufgrund von Schlafproblemen und damit einhergehenden Erschöpfungszuständen in meine Praxis – widme ich die nächsten Wochen genau diesem Thema. Du erfährst, warum guter Schlaf so wichtig für deinen Körper, dein Gehirn und deinen Geist ist, wie deine Konstitution dein Schlafverhalten beeinflusst, welche Ursachen Schlafstörungen aus ayurvedischer Sicht haben und vor allem was du tun kannst, um deine Schlafqualität zu verbessern und wieder mehr Entspannung und Erholung in deinem Alltag zu erfahren.

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Hab eine feine und vor allem wunderbar erholsame Sommerzeit, alles Liebe zu dir!

Tamara